Glas 1954

Das Wunder von Bern

Auszug aus der WM-Ausgabe 1954

Wunder von Bern

Ungarn ist der große Favorit,
vier Jahre unbesiegt –

und führt nach neun Minuten bereits 2:0. Die großen Chancen von Morlock und Schäfer während der ersten Minuten waren herrlich und wahrhaft elegant mit unvergleichbaren Passzügen herausgespielt. Die ungarischen Treffer dagegen wuchsen aus reinen Zufallssituationen!

Alle Spielkunst hätte der deutschen Mannschaft aber nichts genutzt, wenn sie nach zehn Minuten bei 0:2 ihr Herz verloren hätte.

Also war's das? War es nicht!

Spielplan
So verlief das Endspiel

10. Minute: Max Morlock gelingt der Anschlusstreffer. Hoffnung!

18. Minute: Helmut Rahn trifft zum Ausgleich. Alles wieder offen! Die Ungarn greifen wütend an, den großartigen Toni Turek überwinden sie nicht. Das Team um Kapitän Fritz Walter kämpft leidenschaftlich. Alle wachsen über sich hinaus.

84. Minute: Rahn dribbelt, und dann schießt der "Boss" mit links wuchtig ein, 3:2! Das Wunder von Bern ist perfekt!

Spielplan
3:2 - Das Wunder von Bern ist perfekt!

84. Minute: Rahn dribbelt, und dann schießt der "Boss" mit links wuchtig ein, 3:2! Das Wunder von Bern ist perfekt!

Ein Traum wird Wirklichkeit. Unsere Mannschaft ist Weltmeister. Dieselbe Elf, die gegen Österreich gewann, bezwingt im Endspiel auch Ungarn.

Bundeskanzler Dr. Adenauer war erster Gratulant

Deutschland und Ungarn erwiesen sich mit diesem Endspiel als eine Weltklasse für sich. Sie übertrafen weit die Rivalen des Vortags!

Insbesondere Deutschlands Sturm Rahn-Morlock-Ottmar-Fritz-Schäfer war auf dieser Weltmeisterschaft herausragend. Und noch etwas adelte den deutschen Triumph: weil er in einem wundervoll fairen, ritterlichen Spiel erkämpft wurde, dem fairsten aller Spiele.